Unser Bildungsansatz

Der Bildungsbegriff ist ein traditionsreicher Grundbegriff der Pädagogik, der nicht einheitlich bestimmt werden kann, da er als historischer Begriff zu unterschiedlichen Zeiten mit verschiedenen Bedeutungen besetzt war. Auch heute noch scheint der Bildungsbegriff nicht einheitlich genutzt werden. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen wandelt sich auch das Verständnis von Bildung.

Der Begriffsbildung ist für „uns“ so einzuordnen, dass die frühkindliche Bildung in erster Linie Selbstbildung ist und entlang der Ereignisse gewonnen wird, die Kinder in ihren sozialen und kulturellen Lebenszusammenhängen erleben. Es geht um ein Wissen, welches auf eigenen Erfahrungen beruht. Je jünger ein Kind ist, desto mehr ist es darauf angewiesen eigenständige Erfahrungen zu machen (vgl. SCHÄFER, 2004).

Der Lebensalltag ist der erste Bildungsraum. Alltagssituationen sind dementsprechend häufig Bildungssituationen für Kinder. Alltag muss so gestaltet und strukturiert sein, dass er ihrer Neugier, ihrem Denk- und Gestaltungsdrang, ihren Fragen und ihren Wünschen nach sozialen Austausch entgegenkommt. (vgl. von der BEEK, 2006)

Ergebnisse aus der Gehirnforschung zeigen uns, dass Kinder vor allem dann etwas lernen, wenn sie ihren Fragen und Vorhaben nachgehen können (vgl. SPITZER, 2002).

Wir versuchen durch das wahrnehmende Beobachten den Fragen und Interessen der Kinder auf die Spur zu kommen. Wenn sie die facettenreiche Umwelt körperlich, kognitiv und mit allen Sinnen kennenlernen, diese aufzugreifen und unser pädagogisches Handeln danach auszurichten. Für uns bedeutet das, dass wir die Kinder in eine Umgebung bringen, die vielfältig gestaltet mit unterschiedlichsten Materialien ist, und zum Spielen und Forschen einlädt und auffordert. In den sich daraus ergebenden Projekten können die Kinder ihren Interessen selbstbestimmend und verantwortungsvoll nachkommen. Innerhalb der Projekte richten Kinder unentwegt Fragen an die Welt und dabei ihre Antworten erhalten und sich damit ihre Welt aneignen. Sie untersuchen, probieren, wiederholen, bilden Theorien aus, wandeln sie ab, um dann eine eigene Struktur des Verstehens und Handelns zu erschaffen.

Hierbei sind sie kreativ, beschreiten neue Wege, denken quer und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Wir wollen die Kinder in diesen Situationen nicht in Denkschablonen drücken oder „auf den rechten Weg führen“, denn hierbei lernen sie mit Fehlschlägen und Misserfolgen umzugehen. Für uns ist es wichtig, bei diesen Prozessen das Selbstvertrauen von Kindern zu fördern, sie zu „Aha-Erlebnissen“ zuführen und ihnen die jeweils benötigten Materialien zum Forschen und Entdecken in ihrem Alltag zugänglich zu machen. Damit diese Welteroberung gelingt, begleiten und unterstützen wir sie bei ihren manchmal schwierigen „Forschungen“. Mal mit Rat. Mal mit Tat. Mal mit Hilfe zur Selbsthilfe. Im Mittelpunkt stehen die Stärken und Ressourcen von Kindern und pädagogischen Fachkräften.

Wir Erzieher arbeiten nach Fachfrauen-Prinzip. Persönliche Neigungen und Interessen führen zum Prinzip der Fachfrauen und werden in das eigene professionelle, pädagogische Handeln einbezogen.